Die Rasse Barbet
Der Barbet – Französischer Wasserhund
Der Barbet ist eine alte französische Hunderasse, die zu den Wasserhunden gehört. Sein Name leitet sich vermutlich von “barbe” (Bart) ab, was auf sein charakteristisches bärtiges Gesicht verweist, oder von “barboter” (im Schlamm waten) – und beides trifft zu. Barbets gelten als Urahnen zahlreicher Wasserhunderassen, vom Pudel bis zum Portugiesischen Wasserhund. Trotz seiner bedeutenden Rolle blieb die Rasse über Jahrzehnte selten, heute engagieren sich Züchter und Halter europaweit für ihren Erhalt. Charakterlich ist der Barbet intelligent, gesellig, ausgeglichen, wasseraffin und eng mit seiner Familie verbunden. Er verlangt Bewegung, geistige Auslastung und regelmäßige Fellpflege, dafür belohnt er mit ungewöhnlicher Sanftmut und Menschenbezogenheit. Der Barbet ist kein Hund für Zwingerhaltung, er braucht engen Familienanschluss und fühlt sich am wohlsten, wenn er überall dabei sein darf.

Rassemerkmale
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Herkunft | Frankreich |
| FCI-Gruppe | Gruppe 8, Sektion 3 |
| FCI-Standard | 105 |
| Widerristhöhe | Rüden: 58–65 cm +/- 1 cm, Hündinnen: 53–61 cm +/- 1 cm |
| Gewicht | 16–28 kg |
| Fell | Lang, dicht, wollig, gewellt oder gelockt |
| Farben | Schwarz, Grau, Braun, Lohfarben (Falb), Sandfarben oder Weiß. Auch verschiedene Schattierungen sowie Scheckungen sind erlaubt. |
| Lebenserwartung | 12–15 Jahre |
Das dichte Fell des Barbets ist sein markantestes Merkmal. Es schützt ihn vor Kälte und Nässe und macht ihn zum perfekten Begleiter im Wasser.
Der Barbet als Jagdhund
Der Barbet ist eine traditionsreiche französische/belgische Jagdhunderasse, deren Ursprung eng mit der Arbeit am und im Wasser verbunden ist. Über Jahrhunderte wurde er als vielseitiger Gebrauchshund gezüchtet und bewährte sich insbesondere bei der Wasserwildjagd. Sein dichtes Haarkleid, seine ausgeprägte Wasserfreude sowie seine hervorragenden Schwimm- und Apportiereigenschaften machen ihn bis heute zu einem leistungsfähigen Jagdbegleiter.

Arbeitsweise des Barbets
Er arbeitet im Nahbereich mit einem Radius von 20 bis maximal 60 Meter unter der Flinte, um Wild aufzustöbern. Regelmäßiger Blickkontakt zum Führer ist dabei wichtig. Barbets zeichnen sich durch ihre selbständige Suche aus, suchen aber gleichzeitig die Nähe zum Führer. Bei Bedarf agiert er für Apport und Verlorensuche weiträumiger. Der Barbet zeichnet sich durch eine recht charakteristische Arbeitsweise aus, die sich von vielen Vorstehhunden, Spaniels oder Retrievern unterscheidet. Viele Barbets bevorzugen eine stöbernde Arbeitsweise gegenüber dem Vorstehen. Sie arbeiten mit tiefer Nase und nutzen sowohl Boden- als auch Windwitterung. Sie durchsuchen systematisch Deckung, Hecken und Schilf. Das Vorstehen ist bei Barbets unterschiedlich ausgeprägt. Einige zeigen ein festes Vorstehen auf Federwild und stehen Wild sicher vor. Andere markieren das Wild kurz, drücken eher an und arbeiten eher stöbernd. Sie verfügen über einen sehr guten Apportierwillen, ein weiches Maul und sind ausdauernd bei der Suche nach krankem Wild. Barbets sind ausgezeichnete Wasserhunde und arbeiten gerne im Wasser. Die klassische Paradedisziplin des Barbets zeichnet sich durch furchloses Annehmen von Wasser, Arbeit im dichtem Schilf, ruhiges und sicheres Apportieren sowie große Ausdauer bei Kälte und Nässe aus. Ihre Arbeitsweise lässt sich als Mischung aus Retriever, Stöberhund und leichtem Vorstehhund beschreiben. Für die Jagd auf Schwarzwild ist er ungeeignet, da er kein Saupacker ist und instinktiv Abstand hält, das Wild lediglich verbellt. Bei Drückjagden in dichtem Dornengestrüpp stößt er aufgrund seines Fells an physische Grenzen.
Der Barbet in der tiergestützten Therapie und als Arbeitshund
Neben seinen hervorragenden Eigenschaften als Jagdgebrauchshund überzeugt der Barbet auch durch sein freundliches, ausgeglichenes und menschenbezogenes Wesen. Seine hohe Sozialkompetenz, seine Sensibilität und seine enge Bindung an den Menschen machen ihn zu einem geeigneten Partner für die tiergestützte Therapie und pädagogische Einsätze. Barbets begegnen Menschen in der Regel offen, ruhig und aufmerksam. Mit ihrer hohen Lernbereitschaft, Geduld und Anpassungsfähigkeit können sie in unterschiedlichen therapeutischen und pädagogischen Bereichen eingesetzt werden. In der tiergestützten Therapie trägt der Hund dazu bei, Vertrauen aufzubauen, soziale Kontakte zu fördern und das emotionale Wohlbefinden zu stärken.


Er ist ein äußerst vielseitiger Arbeitshund, dessen feine Nase und hohe Lernfreude ihn für viele anspruchsvolle Aufgaben prädestinieren. Beim Mantrailing beeindruckt er mit seiner Konzentration, Ausdauer und seinem ausgeprägten Geruchssinn, wodurch er menschliche Spuren zuverlässig verfolgen kann. Auch als Trüffelsuchhund zeigt der Barbet sein außergewöhnliches Talent: Mit seiner sensiblen Nase spürt er die wertvollen Pilze auf, ohne sie zu beschädigen. Seine Intelligenz, enge Bindung zu seinem Menschen und der Wunsch, gemeinsam Aufgaben zu lösen, machen ihn zu einem motivierten und zuverlässigen Partner, ob bei der Nasenarbeit, im Hundesport oder bei anderen Arbeitsaufgaben. Der Barbet arbeitet mit Freude, Ruhe und großer Sorgfalt und beweist dabei immer wieder seine beeindruckende Vielseitigkeit.

Fellpflege
Das wunderschöne, wellige und lockige Fell des Barbets ist sein unverwechselbares Markenzeichen und verleiht ihm seinen besonderen Charme. Damit das Haar gesund, luftig und frei von Verfilzungen bleibt, ist eine regelmäßige und liebevolle Fellpflege unerlässlich. Mehrmaliges Bürsten und Kämmen sowie ein regelmäßiger Rückschnitt sorgen dafür, dass das Fell seine natürliche Schutzfunktion behält und der Barbet sich rundrum wohlfühlt.
Gesundheit
Der Barbet ist eine robuste Rasse. Um seine Gesundheit zu erhalten,müssen Barbets mit VBBFL (VDH/FCI)-Papieren, bevor sie in die Zucht gehen dürfen, folgende Unterlagen und Gentests vorweisen:
- Hüftdysplasie (HD) – Röntgengutachten
- Ellbogendysplasie (ED) – Röntgengutachten
- Progressive Retinaatrophie (PRA-PRCD)
- DNA Profil nach ISAG 2006-Norm
- D-Lokus
- von Willebrand 1 (vWD1)
Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere auf diese Erkrankungen untersuchen und können entsprechende Befunde vorweisen.